Ängste, Angststörungen, generalisierte Angststörung, andauerndes Sorgen und Grübeln /Grübelzwang

Angststörungen sind sehr häufig. 15-20% der Bevölkerung erfüllen irgendwann im Laufe ihres Lebens die diagnostischen Kriterien dafür. Um zu entscheiden, ob es sich beim Erleben von Angst um eine Angsterkrankung bzw. Angststörung handelt und ob Betroffene ihr Erleben selbst als behandlungsbedürftig einschätzen, ist besonders relevant, in welchem Ausmaß die Angst sie in ihrem Leben einschränkt. Häufig tritt eine Angststörung nicht isoliert, sondern gemeinsam mit anderen psychischen Erkrankungen auf. Zwänge, Depression psychosomatische und somatoforme (körperliche) Erkrankungen sowie posttraumatische Belastungsstörungen gehen häufig mit einer Angsterkrankung Hand in Hand. Für die Diagnose einer Angststörung ist neben Angsterleben und Vermeidungsverhalten wesentlich, dass die alltägliche Lebensführung, die berufliche Leistung oder die sozialen Beziehungen eingeschränkt sind und die oder der Betroffene darunter leidet. Der Begriff „Angststörung“ ist übergreifend und umschließt die Symptomatiken von spezifischen Phobien, Panikstörungen, generalisierter Angststörung, sozialen Ängsten, Trennungsängsten sowie Krankheitsängsten / Hypochondrie.

Alle Angststörungs-Ausprägungen können im Rahmen einer Systemischen Psychotherapie behandelt werden, wobei sich v.a. für die Behandlung spezifischer Phobien und Panikstörungen der Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie ebenfalls als sehr wirksam erwiesen hat.   

In der Systemischen Therapie interessieren wir uns dafür, in welchen Beziehungen, Lebenssituationen und Kontexten die Angst entstehen, wie sie aufrechterhalten wird und welche Funktion sie möglicherweise erfüllt.

Wir konzentrieren uns dabei besonders auf drei Aspekte:

  1. Die Beziehung zur Angst zu verändern und statt Vermeidung, Kampf und Kontrolle eine Schwächung des Angstkreislaufs durch Akzeptanz und Führung zu erzielen
  2. Gegenüber Überflutungserleben zu erlernen, wie selbstregulierende und affektdistanzierende Methoden eingesetzt werden können.
  3. Auf Bedürfnisse, Ziele und Wünsche der Klient*innen zu fokussieren, für die er oder sie gerne mehr Handlungsspielraum erleben möchte und die durch die Angst eingeschränkt werden.