Von Entwicklungstraumen sprechen wir dann, wenn aus einem Beziehungsdilemma in der Kindheit Anpassungsmuster entwickelt werden, die als Überzeugungen bis ins Erwachsenenalter erhalten bleiben.
Das Kind kann zum Beispiel gelernt haben:
Auf Basis dieser verinnerlichten Überzeugungen entstehen im Erwachsenenalter Schwierigkeiten, die sich in belastenden körperlichen, emotionalen oder sozialen Mustern, psychischen Erkrankungs-Symptomatiken oder Beziehungsproblematiken manifesteren, wie z.B.:
Entwicklungstraumata sind also Anpassungs-Reaktionen auf andauernde / sich oft wiederholende, belastende Beziehungserfahrungen in der Kindheit, die keinen klar definierten Anfang und kein eindeutiges Ende haben, und die zumeist als alltäglicher „Normalzustand“ erlebt wurden.
Dazu gehören vor allem Vernachlässigung, chronische Beschämung, fehlende emotionale Resonanz, körperliche und emotionale Gewalt, unberechenbare Bezugspersonen oder ein dauerhaft unsicheres Bindungsumfeld.
Besonders relevant und potentiell traumatisch werden diese Art der Beziehungserfahrungen dann, wenn sie von den Menschen ausgehen, von denen das Kind abhängig ist, so dass es sich der schädigenden Situation nicht entziehen kann.
Entwicklungstraumen unterscheiden sich wesentlich von sogenannten Schocktraumata, die zumeist auf einen Einzelvorfall wie einer Gewalttat oder äußerer Ereignisse wie Krieg oder Katastrophen zurückzuführen sind und die als unmittelbare Gefahr für das eigene physische Leben und die konkrete Sicherheit erlebt werden. Die häufigsten Symptome bei Schocktraumata sind ein erneutes Durchleben in Form von Flashbacks und Albträumen, Vermeidungsverhalten und Bedrohungsgefühle.
In der psychotherapeutischen Arbeit bietet sich das Vorgehen mit NARM (Das Neuroaffektive Beziehungsmodell) für die Unterstützung von Menschen mit Entwicklungstraumata an. Der Schwerpunkt in der Arbeit mit NARM liegt auf dem heutigen Erleben, dem Verständnis für die Funktion der früheren Anpassungsleistungen und der Möglichkeit, die eigene Kapazitäts- und Handlungsfreiheit zu erweitern. Die generelle Intention von NARM ist, die Möglichkeit zu fördern, dass eine größere innere Freiheit und ein Vertrauen in sich selbst entstehen kann.
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